Im Wasserkraftwerk fließt der Besucherstrom

Badische Zeitung vom 10.10.2011 (Autor: Edgar Steinfelder)

Tag der offenen Tür beim neuen Energiedienst-Wiesekraftwerk in Hausen / Mit Führungen und Spielstationen unterhalten die Betreiber knapp 1000 Besucher.

HAUSEN

Mehr als 1000 Besucher kamen am Samstag zum Tag der offenen Tür beim neuen Energiedienst-Wasserkraftwerk in Hausen. Das unbeständige Wetter mit leichtem Nieselregen und nur kurzzeitigen Aufhellungen konnte die vielen Gäste nicht davon abhalten, sich über die technischen Details der Anlage informieren zu lassen.

Projektleiter Rolf Hezel und Alexander Lennemann von der Firma Energiedienst führten die interessierten Besucher gruppenweise über das gesamte Areal. Nach der Besichtigung des Maschinenraums mit den beiden Turbinen und den seitlich angebrachten Instrumententafeln ging es dann die Betonstufen hinab zu den beiden Wasserkraftschnecken, dem Herzstück der Anlage.

Von den Dimensionen dieser Wasserkraftschnecken mit einer Länge von 19 Metern und jeweils 3,6 Metern Breite, durch deren spiralförmig angeordnete Flügel die Fische gefahrlos vom oberen ins untere Gewässer gelangen und auch ökologisch wichtiges Schwemmgut diese problemlos passieren kann, waren die Besucher sichtlich beeindruckt.

Für den Fischaufstieg hat man ein 180 Meter langes Umgehungsgewässer mit insgesamt 36 Becken angelegt. Fische und Kleinlebewesen können so die sechs Meter Höhenunterschied nach Ruhephasen in den einzelnen Becken überwinden, erklärten Rolf Hezel und Alexander Lennemann.

Überhaupt habe man bei der Planung und bei der Ausführung stets auf das ökologische Gleichgewicht im Fluss Rücksicht genommen, meinten sie. Imposant waren auch die Daten, die von den Experten genannt wurden. So könne das Hausener Wasserkraftwerk in einem Jahr 1,9 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, mit dem man nahezu 600 Haushalte versorgen könne, erklärten sie den Besuchern. Vor und nach den Besichtigungen durften es sich die Gäste in den Verpflegungsständen gemütlich machen. Speisen und Getränke wurden gratis von den Mitarbeitern des Unternehmens ausgegeben.

Kinder und unternehmungslustige Erwachsene konnten an mehreren Spielstationen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. So bekam jeder Teilnehmer, der seinen Ring möglichst berührungsfrei über den "heißen Draht" führen konnte, ein kleines Geschenk. Kräftig strampeln musste man am Energiefahrrad, um den Energieverbrauch von Glühlampen, einem Radiorecorder oder einem Wasserkocher herauszufinden. Den Kindern bereitete es größtes Vergnügen, wenn sie kräftig in die Pedale traten und damit die Lampen und Elektrogeräte einschalteten. Und wer beim Preisrätsel die richtige Lösung ankreuzte, hat die Chance auf den Gewinn eines Elektrobikes oder anderer wertvoller Sachpreise.

"Wir sind mit dem Ablauf der Veranstaltung vollauf zufrieden und hätten mit diesem Besucheransturm bei widrigen Wetterverhältnissen gar nicht gerechnet", meinte Alexander Lennemann, der Leiter der Kommunikation bei der Firma Energiedienst und bedankte sich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Hausen für die Verkehrsregelung und den Helfern des DRK Zell, die den Bereitschaftsdienst übernommen hatten.