Wasserkraft: Reitter beklagt Blockade

Schwäbische Zeitung vom 07.04.2011

Rechtenstein. Kraftwerke in Rechtenstein und Obermarchtal versorgen 2.200 Haushalte - Ärger über Behörden.

"Es wäre kein Problem, das Potenzial der derzeit im Land genutzten Wasserkraft zu verdoppeln", sagt Elmar Reitter. "Vorausgesetzt, die vielschichtige Blockadehaltung der Behörden würde aufgelöst."
Reitter betreibt in Rechtenstein und Obermarchtal Wasserkraftwerke und ist Vorsitzender der "Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg". Seit vielen Jahren wartet er auf die behördliche Genehmigung, sein Wasserkraftwerk in Rechtenstein vergrößern und modernisieren zu dürfen. "Ich würde morgen mit dem Ausbau beginnen, wenn ich dürfte", sagt er.
Momentan liefert Reitters Wasserkraftwerk "Alfredstal" in Obermarchtal rund 2,4 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Sein Kraftwerk in Rechtenstein produziert jährlich weitere rund zwei Millionen Kilowattstunden. Dieser Strom reicht aus, um 2.200 vierköpfige Haushalte zu versorgen. Vom Donauwasser werden derzeit in Rechtenstein drei Turbinen angetrieben. "Für den längst beantragten Bau einer vierten Turbine und die Modernisierung der Wehanlage würde ich 1,5 Millionen Euro investieren", sagt Reitter. Außerdem könnte die Stromproduktion im Kraftwerk um rund ein Drittel erhöht werden.
Die Gewinnung von Energie aus Wasserkraft, so der Experte, sei sauber, klimafreundlich und habe eine lange Tradition.
An der Stelle seiner Kraftwerke standen ursprünglich Mühlen. MIt der Industrialisierung wurden sie zu Kraftwerken ausgebaut, um zwei Fabriken mit Strom zu versorgen. Seit 1964 betreibt Familie Reitter die beiden Wasserkraftwerke. "Um aus Wasser Energie zu erzeugen, ist Gefälle nötig, drum standen die Mühlen früher immer auf Felsschwellen, später wurden Wehre gebaut", so Reitter.
Rund zwei Meter fällt das Donauwasser im Rechtensteiner Werk, rund drei Meter im Alfredstal, um die Turbinen anzutreiben. "Der Fluss gibt seine Energie an die Turbinen ab, die betreiben Generatoren, in denen der Strom erzeugt wird", erklärt der Fachmann.
Mehr als 25 Kubikmeter Donauwasser, rund 25.000 Liter, sützen in den Kraftwerken pro Sekunde auf die Turbinen. Daraus entstehen in Rechtenstein 270 Kilowatt und im Alfredstal 360 Kilowatt Leistung. Wasserkraft, so Reitter, sei eine saubere und stetig nutzbare Energiequelle. "Wind bläst nicht dauernd und die Sonne scheint nicht immer, aber die Donau fließt ständig".