Bei Hausen entsteht ein Wasserkraftwerk

Badische Zeitung vom 15. Dezember 2009

Laufenburg/Hausen (BZ). Was lange währt, wird endlich gut. In diesem Sinne endet die über 25 Jahre alte Geschichte eines geplanten Kraftwerkbaus an der Wiese in Hausen. Denn im Frühjahr 2010 soll der Bau endlich starten und zwar an der unteren Legi.
Die Voraussetzungen dafür schufen dieser Tage nun zwei Kraftwerkbetreiber. Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, und Diplom-Ingenieur Elmar Reitter, unterzeichneten den Vertrag zur Gründung der Wasserkraftwerk Hausen GbR. Die Energiedienst AG und Elmar Reitter investieren rund 3,5 Millionen Euro in den Bau des Wasserkraftwerks an der Wiese bei Hausen. Beide Gesellschafter halten jeweils 50 Prozent am Kraftwerk Hausen.

"Wir freuen uns, dass wir nach der langen Planungsphase mit einem weiteren Kleinwasserkraftwerk zum Ausbau der Wasserkraft in Südbaden beitragen können", sagte Martin Steiger bei der Vertragsunterzeichnung. Das Landratsamt Lörrach hatte im November 2009 die Genehmigung für den Bau des neuen Wasserkraftwerks erteilt. Nach Mitteilung der Energiedienst AG soll im Frühjahr 2010 mit dem Bau des neuen Kraftwerks begonnen werden. Das neue Wasserkraftwerk wird künftig 1,9 Millionen Kilowattstunden emissionsfreien Strom produzieren. Damit wird der Ausstoß von rund 1200 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) pro Jahr vermieden werden, hieß es in der Pressemitteilung der Energiedienst AG.

Erste Pläne zum Kraftwerkbau gab es schon den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals stritten sich noch KWR Rheinfelden (Nachfolger Energiedienst) und die Firma Südstrom um das Wasserrecht. Energiedienst hatte bereits in den 90er-Jahren mit der Planung des neuen Wasserkraftwerks begonnen. Auf diesen Plänen aufbauend wurde ein neues Anlagenkonzept erstellt, das den heutigen ökologischen und auch ökonomischen Anforderungen entspricht. Die Planung sieht eine doppelte Wasserkraftschnecke vor. Eine Wasserkraftschnecke ist vergleichbar mit einer großen Schraube, deren Gewinde durch das durchfließende Wasser angetrieben werden. Vorteil dieser Anlage ist, dass Fische ungefährdet absteigen können und auch ökologisch wichtiges Schwemmgut und Geschiebe die Wasserkraftschnecke passieren können. Der geplante Fischaufstieg über das Umgehungsgewässer wurde in der neuen Planung sowohl verbessert als auch erweitert, teilte die Energiedienst AG mit. Zum Bau des Kraftwerks muss auch die untere Legi saniert werden. Sie soll nach Firmenauskunft auch einen Höherstau der Wiese um 80 Zentimeter bewirken. Im nächsten Schritt wird die neue Kraftwerkgesellschaft mit der Stadt Schopfheim über die für den Bau noch benötigten Grundstücke und die notwendigen vorbereitenden ökologischen Aufwertungsmaßnahmen sprechen.